LETZTES UPDATE: 07.11.2026 (wird gerade bearbeitet!)
Mittwoch, 28. Oktober 2026:
Die Abreise vom Flughafen Salzburg aus verläuft etwas holprig:
Erst verweigert mir Lufthansa die Beförderung, weil ich kein Visum für Südafrika habe (sollte ich eigentlich nicht brauchen, aber Details sind den netten Damen am Check-in Schalter egal), dann muss ich ein zusätzliches Rückflugticket kaufen, was auch nicht gerade flutscht.
Dann wird dieses Ticket erst nach einer Stunde Telefonat mit Callcentern zwischen Frankfurt und Malaysia anerkannt.
Dann hat der Flieger nach Frankfurt Verspätung, weil er einen platten Reifen hat.
Schließlich wird der heutige Flug nach Frankfurt ersatzlos gestrichen.

Die Lufthansa-KI bucht mich ohne zu fragen auf morgen um 06:30 früh (!) SZG-FRA um, mit 10 Stunden (!) Aufenthalt in Frankfurt, dann weiter Frankfurt – München und München – Kapstadt.
Auf diese Odyssee habe ich keine Lust. Nach stundenlanger Telefoniererei kann ich die ersten beiden Flugsegmente streichen lassen und fliege morgen um 19:25 von München direkt nach Südafrika.
Donnerstag, 29. Oktober 2026:
Nachmittags bin ich am Bahnhof Freilassing. Hier die nächste Hiobsbotschaft: Soeben ist ein Stellwerk bei Rosenheim defekt geworden, alles steht.
Ich warte noch eine Dreiviertelstunde, dann muss Heidi mich mit dem Auto nach München fahren. Es nutzt nix.
Ab dann funktioniert alles wie es soll. Das mit dem südafrikanischen Visum kann ich hier am Lufthansa Schalter dank dem gestern zusätzlich gebuchten Rückflug schnell klären und endlich bin ich um halb acht Uhr abends auf dem Weg.
Freitag, 30. Oktober 2026:
Ich werde von der Firma, bei der ich Luxi über den Südwinter in einer Halle eingestellt hatte, pünktlich am Flughafen in Kapstadt abgeholt, wechsle schnell in – der Aussentemperatur angepasste – kurze Hosen und kann gut eine Stunde später Luxi in Empfang nehmen.
Er bekommt vor Ort eine neue Dachluke für das Bad verpasst …

… und nach einer Katzenwäsche sind wir zwei abfahrtsbereit.

Ich fahre die gut 20 Kilometer nach Melkbosstrand ans Meer um mich in aller Ruhe zu akklimatisieren und mit einem grossen Gin&Tonic meine Ankunft zu feiern.

Es ist relativ kühl hier am Meer. Die Wassertemperatur beträgt nur etwa 13-14 Grad, dazu Sonnenschein aber ein frischer Wind aus Süden.
Weiter als bis zu den Knöcheln geh‘ ich also nicht ins Wasser 🙂
In der Sonne ist es tagsüber fein und kurze Hose mit T-Shirt sind mehr als ausreichend. Aber so ab 17 Uhr braucht man wegen dem Wind ein dünnes Jackerl.
Ich bleibe noch ein paar Tage, gehe gut Fisch und Muscheln essen, die Restaurantpreise in Südafrika sind immer noch ausgesprochen günstig.
Lebensmittel und vor allem Sprit sind jedoch wesentlich teurer geworden als noch im Frühjahr.
Das heißt: Selber kochen macht noch weniger Sinn als zuvor, hihi.
Samstag/Sonntag, 31. Oktober – 1. November 2026:
Einkäufe erledigt, Strandspaziergänge gemacht.
Die Seele in aller Ruhe nachkommen lassen.
Ich baue den mitgebrachten neuen Warmwasserboiler ein und bastle auch sonst noch ein paar Sachen.
Dabei gibt es an meinem ruhigen Schlafplatz tagsüber immer wieder freundliche Begegnungen.

Später wird mir der Kleine die Eingangstüre (unabsichtlich) mit seinem Krokanteis verschmieren 🙂
Montag, 2. November 2026:
Am frühen Nachmittag entscheide ich spontan, dass es Zeit ist aufzubrechen.
Der Wind hier nervt mich. Ich will es wärmer haben.
Sobald ich ein paar Kilometer von der Küste weg bin, speziell ab Erreichen der Küstenberge, lässt der Wind schlagartig nach und es ist richtig Sommer!
Zuerst durch abgeerntete Weizenfelder, Kapstadt nördlich umfahrend und später zwischen Weinbergen hindurch führt mich die Straße in die Weinbaugegend von Paarl und Stellenbosch.
Bei Worcester mache ich Stopp beim Botanischen Garten wo es jede Menge steppentypische Pflanzen gibt. Auch die Köcherbäume die ich so mag sowie verschiedenste Sukkulenten und Aloen.


Eine kurze Wanderung geht sich vor der Schliessung um 18 Uhr noch aus …



… dann übernachte ich direkt beim Eingang des botanischen Gartens.
Dienstag, 3. November 2026:
Noch ein kurzer Rundgang durch die nett angelegten Wege.
Leider blühen jetzt im Frühsommer kaum Pflanzen. Trotzdem, interessant ist es allemal.
Die frei laufenden Perlhühner sind bei meinem Yogaplatz g’schaftig unterwegs.

Weil’s hier auf dem parkähnlichen Gelände so fein ist, es WLAN gibt und das Restaurant nicht schlecht, verbringe ich den restlichen Tag hier und fahre erst am späten Nachmittag weiter Richtung Osten in die Berge.
Beim Losfahren am Parkplatz hätte ich beinahe eine gut 30cm lange Landschildkröte platt gemacht.
Gut, dass ich immer einmal rund ums Auto gehe bevor ich starte. So kann ich sie freundlich davon überzeugen, sich ein anderes Schattenplätzchen zu suchen, bevor noch Schaden entsteht – bei wem auch immer.

Noch nicht so ganz das spektakuläre Afrika-Tiererlebnis, aber ich fang halt klein an 🙂
Es ist heiß heute, das Thermometer zeigt 35 Grad und mein Gefühl sagt mir: Ab in die Berge! Mein Freund Jacques hat mir mal von dem kleinen Städtchen McGregor erzählt. Wie nett es sei, etwa wie Greyton vor 20 Jahren. Als ich das Schild „McGregor“ sehe, biege ich also ganz spontan vom Highway ab nach Süden und fahre die 20 Kilometer rein in den Ort.
Hier sagen sich Fuchs und Hase gute Nacht.
Die Gärten und Häuser im „weissen“ Teil von McGregor sind gepflegt, man trifft meist ältere Personen an, gefühlt jedes zehnte Haus steht zum Verkauf.
Der schwer-süßliche Duft von Jasminbüschen steht in der heißen Luft.

Schwarzhäutige sind offensichtlich nur zum Arbeiten hier, sie alle wohnen auf den billigen Grundstücken nur ein paar hundert Meter von der Hauptstrasse entfernt, schön säuberlich getrennt. So bleibt jeder für sich, Segregation auf südafrikanisch halt.
Im einzigen Pub des Ortes lösche ich abends meinen Durst und komme mit den Locals nett ins Gespräch.
Tagesthema sind die morgigen Regionalwahlen und man diskutiert freundlich meine Schlafplatzwahl, gleich beim Friedhof 🙂
Natürlich hat niemand etwas dagegen, dass ich dort campe.
Mittwoch, 4. November 2026:
Es war ruhig in der Nacht, es verspricht wieder sehr heiß zu werden heute.

Man versucht noch am Wahltag, die letzten Unentschlossenen auf seine Seite zu ziehen:

Gestern Abend bin ich unter anderen mit der Besitzerin eines Hotels ins Gespräch gekommen: Ich müsse mir unbedingt ihren schönen „Garden of Silence“ ansehen.
In der Tat ist es eine wunderbare, kühle, ruhige Oase mit Brunnen, Tempeln, Pfauen:


Gegen Mittag fahre ich ein Stück weiter in die Berge. Der gestrige Pub-Abend steckt mir noch in den Knochen und ich muss mich unbedingt bewegen.
Der Wanderweg zu den Oakes Falls beginnt etwa 10 Kilometer nach den letzten Häusern. Es ist irre heiß, 36 Grad im Schatten. Blöd nur, dass es hier keinen Schatten gibt.
Durch die recht trockene Luft ist schon auszuhalten, aber bergauf ginge es nicht. Ich weiß aber, dass der erste Teil des Weges zum Wasserfall bergab geht.
Schon nach wenigen Metern treffe ich auf eine Gruppe Paviane. Ich habe gehört, dass sie manchmal recht aggressiv sein können und einzelne Wanderer regelrecht überfallen um an die vermuteten Leckereien im Rucksack zu kommen.
Dass ich nur Wasser mithabe, können sie ja nicht wissen.

Ich stelle mich also aufrecht hin und trommle mit den Fäusten auf meine Brust, so wie man das in den Gorilla-Filmen sieht, wenn der Silberrücken jemanden beeindrucken will.
Das Ergebnis ist erstaunlich: Die jüngeren Paviane nehmen Reißaus als wäre der Teufel hinter ihnen her. Das dominante Männchen macht erst nur ein paar Schritte von mir weg, schaut sich dann verunsichert zu mir um. Ich wiederhole die Aktion und auch er haut ab.
Es ist halt immer wieder gut, wenn man eine Fremdsprache kann 🙂
Der Wanderweg führt mich in die Schlucht des Gobos River:
Viele Vögel sind unterwegs, unter anderem ein wunderbarer Kap-Gelbbischof mit leuchtend gelben Oberschwingen, ebensolchem Bürzel und ansonsten tiefschwarz. Im Flug eine wahre Pracht!
Leider konnte ich kein vernünftiges Bild machen, drum klaue ich hier eines von © Rogério Ferreira:

Ansonsten nur Eidechsen und Insekten, ausser mir kein einziger homo sapiens.
Herrlich.
Den Wasserfall kenne ich bisher nur vom Anstieg von Greyton aus. Von dort geht man etwa eine Stunde länger.

Wassertemperatur so um die 22 Grad. Bei dieser Affenhitze sind die ersten Schwimmtempi fast ein Schock, dann aber macht sich ein ganz wunderbar erfrischtes Gefühl breit. Yeah.
Beim Rückweg bergauf dann am späten Nachmittag schieben sich ein paar dünne Wolken gnädig vor die Sonne und es ist gut erträglich. Um 18 Uhr bin ich wieder bei Luxi und übernachte natürlich gleich an Ort und Stelle.
Donnerstag, 5. November 2026:
Leider habe ich bemerken müssen, dass die Reparatur der Dichtung zwischen Motorblock und Getriebe kurz vor meiner Abreise im Februar nicht das gewünschte Ergebnis gebracht hat: Luxi verliert wieder Motoröl.
Mist.
Zurückfahren in die Werkstatt nach Malmesbury will ich nicht, der Mechaniker sagt bei meinem Anruf, Garantie gäb’s nur für 6 Monate oder 20.000 km, je nachdem was zuerst eintritt.
Nun bin ich seit der Reparatur zwar erst 300 km gefahren, aber es sind 8 Monate vergangen, in denen Luxi ja in der Halle stand. Das ist dem Mechaniker egal, er sagt ich könne vorbeikommen und er „schaut es sich an“.
Na danke vielmals.
Der Ölverlust stört mich nicht mal so sehr – es ist aber so, dass manchmal Motoröl auf die Kupplungsscheibe kommt und dann rutscht die Kupplung ein bissl. Unangenehm.

Mal sehen, ob es schlimmer wird. Ich fahre weiter Richtung Osten.
Die Strasse R62 führt durch stark landwirtschaftlich genutztes Gebiet, die Getreidefelder sind schon abgeerntet. Die Kleinstädte entlang der Route sind gespickt mit Pubs und Bars, ein bissl so wie die bekanntere Route 66 in den USA.
Von Barrydale zweige ich südlich ab auf eine Straße, die durch die Tradouw-Schlucht führt. Recht schön und ein Badeplatzerl am Fluss findet sich auch.


Ich beschließe, heute ein wenig früher Schluss zu machen und finde auf der alten Straße ein verstecktes Platzerl, gleich bei einem kleinen Wasserfall.

Freitag, 6. November 2026:
In Riverdale kaufe ich ein, versuche erfolglos mein Visum zu verlängern (das sollte aber in den nächsten größeren Stadt George möglich sein) und schau bei einem freundlichen Mechaniker vorbei.
Er meint, ich soll doch mal ein Dichtmittel zum Motoröl reinkippen. Kostet eine Bagatelle und wenn’s nix nutzt, dann schadet es nicht. Gesagt, getan.
Bis morgen bleibe ich mal auf einem Campingplatz im Ort. Für morgen ist kühles Regenwetter vorhergesagt und ich will das gemütlich durchtauchen. Am Sonntag wird’s eh wieder schön.
Hier die bisherige Reiseroute in Südafrika gemäß GPS-Aufzeichnung (die Karte ist zoom- und verschiebbar).